Werbebonus 2020 Update

 

(aktualisiert am 22. Mai 2020)

 

Laut der letzten Aktualisierung des entsprechenden Dekretes wurde der Werbebonus auf 50 % erhöht. Dazu haben wir Dr. Florian Kiem einige Fragen gestellt:

 

Der Werbebonus wurde jetzt für das Jahr 2020 von 30 % auf 50 % erhöht. Was bedeutet das ganz konkret?

 

Dies bedeutet konkret, dass 50 % der betrieblichen Werbeausgaben als Steuerguthaben mit anderen Steuern oder Beiträgen verrechnet werden können.

Nehmen wir einen Handwerker an, der für 100 Euro innerhalb 2020 eine Werbung bucht. Wie läuft das genau ab?

Der Handwerker bucht die Werbung und erhält dafür die Rechnung über 100 Euro, welche bezahlt wird.

Die Rechnung wird dann dem Steuerberater übergeben, welcher die Vormerkungen der Werbespesen bei der Agentur der Einnahmen in telematischer Form vornehmen wird. Innerhalb 31. Januar 2021 ist zudem eine Ersatzerklärung über die effektiv getätigten Werbeausgaben der Agentur der Einnahmen zu übermitteln. Diese Ausgaben müssen durch den Steuerberater geprüft und bestätigt werden. Innerhalb 30. April 2021 wird die Liste der anerkannten Steuerguthaben veröffentlicht. Das entsprechende Steuerguthaben von € 50.- kann dann über den Zahlungsvordruck F24 mit anderen Steuern oder Beiträgen verrechnet werden.

Einzige Voraussetzung, um in den Genuss des Bonus zu kommen ist, dass bereits 2019 eine Werbung geschaltet wurde?

Um in den Genuss des Werbebonus zu kommen, müssen im Vorjahr bereits Werbeausgaben getätigt worden sein. Andere Voraussetzungen sind nicht vorgesehen.

Würden Sie bitte die Rechnung für die Nettoausgabe (von 1.000 auf 350-400) aus ihrem letzten Bericht dazu, anpassen?

Die Begünstigung besteht darin, dass für Werbeausgaben von € 1.000.- eine Steuergutschrift von € 500.- gewährt wird. Berücksichtigt man noch den Steuervorteil IRPEF durch den betrieblichen Abzug des Werbeaufwandes, kann die Nettoausgabe für Werbespesen von € 1.000.- auf ca. € 250.- sinken.

Wie sieht der Zeitrahmen aus (die Werbung erscheint z. B. im Dezember 2020, innerhalb wann müssen Rechnungsstellung und Bezahlung erfolgen, um in den Genuss des Bonus zu kommen?

Es gilt das Kompetenzprinzip, d.h. es muss sich um Werbungen handeln, welche im Jahr 2020 geschaltet werden. Die entsprechende Rechnungsausstellung und die Bezahlung der Rechnung kann auch erst im Jahr 2021 erfolgen.

Irgendwelche Begrenzungen (Mindestbetrag oder Höchstbetrag) gibt es keine?

Es gibt weder einen Mindest- noch einen Höchstbetrag an begünstigten Werbeausgaben. Allerdings sind die insgesamt für diese Steuergutschrift zur Verfügung stehenden Mittel  limitiert, d.h. bei Überschreiten dieser Höchstgrenze werden alle Ansuchen anteilsmäßig reduziert.

Dr. Florian Kiem
Kanzlei König:Skocir:Kiem
Wirtschafsprüfer und Steuerberater

Werbebonus 2020

 

(Veröffentlicht in Ausgabe 2020-09)

 

Im Jahr 2017 wurde für Unternehmen, Freiberufler und nicht gewerblichen Körperschaften ein Werbebonus eingeführt, welcher eine Steuerbegünstigung in Höhe von 75 %, berechnet auf den Zuwachs der Werbespesen im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr, vorsieht. Mit dem Maßnahmenpaket „Cura Italia“ Nr. 18 vom 17. März 2020 wurden einige Änderungen an den bestehenden Bestimmungen vorgesehen, welche die Inanspruchnahme des Werbebonus wesentlich erleichtern.

Es zählt nicht mehr die Steigerung der Werbespesen gegenüber dem Vorjahr, sondern der Gesamtbetrag der im Jahr 2020 getätigten Werbeausgaben. Gleichzeitig wird der bisherige Bonus in Höhe von 75 % auf 30 % herabgesetzt. Dies bedeutet, dass für Werbeausgaben von € 1.000,00 im Jahr 2020 ein Steuerbonus von € 300,00 gewährt wird. Berücksichtigt man noch den Steuervorteil IRPEF durch den betrieblichen Abzug des Werbeaufwandes, sinkt die Nettoausgabe für Werbespesen von € 1.000,00 auf ca. € 350,00 bis € 400,00. Diese Abänderungen gelten nur für das Jahr 2020.

Die restlichen Bestimmungen für den Werbebonus sind unverändert geblieben und können wie folgt kurz zusammengefasst werden:

Begünstigt sind Investitionen in Werbeflächen und kommerzielle Werbung in:

  •        periodisch/täglich erscheinenden Printmedien (national oder lokal), auch online
  •        lokalen Fernseh- und Radiostationen

Es sind nur die reinen Werbespesen (ohne Nebenspesen oder Vermittlerkosten) begünstigt.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Werbebonus ist, dass sich die entsprechenden Werbespesen im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 1 % erhöht haben (der Steuerbonus steht also nur dann zu, wenn im Vorjahr Werbespesen angefallen sind).

Die Anträge bzw. die Vormerkungen für 2020 sind im Zeitraum 1. September – 30. September 2020 über das Portal der Einnahmenagentur elektronisch zu versenden.

Innerhalb 31. Januar 2021 ist dann eine Ersatzerklärung über die effektiv getätigten Investitionen zu versenden. Die Realisierung der Investitionen und die Tätigung der Ausgaben müssen durch einen Steuerberater, der zur Erteilung des Bestätigungsvermerks ermächtigt ist, oder durch einen Abschlussprüfer, geprüft und bestätigt werden.

Innerhalb 30. April wird dann die Liste der anerkannten Steuerguthaben (bzw. der anteilige Betrag der gewährten Förderung, falls die zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen) veröffentlicht.

Das entsprechende Steuerguthaben kann dann über den Zahlungsvordruck F24 mit anderen Steuern oder Beiträgen verrechnet werden.

Dr. Florian Kiem
Kanzlei König:Skocir:Kiem
Wirtschafsprüfer und Steuerberater

Haushaltsgesetz 2020

(Veröffentlicht in Ausgabe 2020-07)

Im vorliegenden Artikel möchte ich Ihnen einige steuerliche Neuigkeiten des Haushaltsgesetzes für das Jahr 2020 erläutern, welche den Bereich der Immobilien betreffen.
Das Haushaltsgesetz wurde am 23.12.2019 genehmigt und ist am 30.12.2019 im Amtsblatt der Republik veröffentlicht worden. Die Bestimmungen sind mit 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Steuerbonus für Wiedergewinnungen

Der Steuerabsetzbetrag von 50 Prozent für Wiedergewinnungsarbeiten auf Wohngebäuden wurde bis Ende 2020 verlängert. Der Steuerbonus betrifft die Arbeiten zur außerordentlichen Instandhaltung, Sanierung und baulichen Umgestaltung für Wohngebäude. Beschränkt für Kondominien sind auch die ordentlichen Instandhaltungsarbeiten begünstigt.

Steuerbonus für energetische Maßnahmen

Der Steuerbonus von 65 bzw. 50 Prozent für Arbeiten zur energetischen Sanierung wurde ebenfalls bis 31.12.2020 verlängert. Der Steuerbonus beträgt 65 Prozent der Sanierungsspesen, der für Ausgaben betreffend Fenster, Sonnenschutz und Brennwertkessel auf 50 Prozent herabgesetzt wird. Für Arbeiten am Gemeinschaftseigentum von Kondominien ist der Steuerabzug bis 31.12.2021 möglich.

Steuerbonus für Möbel und Elektrohaushaltsgeräte

Ebenfalls verlängert wurde der Steuerbonus für Möbel und Elektrohaushaltsgeräte, welche im Jahr 2020 erworben werden, sofern in der betreffenden Wohneinheit im Jahr 2019 Wiedergewinnungsarbeiten vorgenommen wurden.

Steuerbonus für Fassadenarbeiten

Eine neue interessante Bestimmung betrifft den Steuerbonus von 90 Prozent für Arbeiten an Häuserfassaden, welche im Jahr 2020 vorgenommen werden. Der Bonus gilt für die ordentliche Instandhaltung und die Sanierung der Gebäudefassaden (z.B. Verputz- und Malerarbeiten), wobei keine Obergrenze für die Ausgaben vorgesehen ist. Wenn die Verputzarbeiten mehr als 10 Prozent der Fassadenfläche betreffen, ist auch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle erforderlich. Für letztere Arbeiten gilt dann der Steuerbonus von 65 Prozent.

Das zu sanierende Gebäude muss sich in einem Ortsgebiet befinden, und zwar in einer Zone A (historischer Kern) oder B (Auffüllzone). Begünstigt sind dabei nicht nur Arbeiten an Wohngebäuden, sondern auch an gewerblichen Immobilien. Die Aufteilung des Steuerbonus erfolgt auf zehn Jahre.

Steuerbonus für Gärten

Der Steuerbonus für das Anlegen sowie für außerordentliche Instandhaltungen von Gärten wurde ebenfalls bis Ende 2020 verlängert. Die Obergrenze für diese Arbeiten beträgt € 5.000.- pro Wohneinheit, der Steuerbonus beträgt 36 Prozent der getätigten Ausgaben.

Rabatt für energetische Sanierungen

Die im Vorjahr eingeführte Möglichkeit, von den Handwerkern einen Rabatt für energetische Baumaßnahmen im Ausmaß des Steuerbonus zu verlangen, ist nur mehr für Arbeiten an Kondominien mit einem Gesamtbetrag von mehr als € 200.000.- vorgesehen.

Aufwertung von Baugrundstücken und Beteiligungen

Neu aufgelegt wurde die Aufwertung von Baugrundstücken und Beteiligungen, die sich zum 01.01.2020 im Eigentum von Privatpersonen befinden. Die Ersatzsteuer wurde nun einheitlich auf 11% festgelegt und kann in drei Raten entrichtet werden. Voraussetzung für die steuerliche Verwendung der Aufwertung ist die Abfassung einer beeideten Schätzung innerhalb 30.06.2020.

Einheitssteuer

Die Einheitssteuer („cedolare secca“) für die begünstigten Mietverträge von Wohnungen beträgt weiterhin 10 Prozent der Mieteinnahmen. Nicht verlängert wurde die Einheitssteuer von 21% für die gewerblichen Mietverträge, welche im Jahr 2020 abgeschlossen werden.

Abzugsfähigkeit GIS

Es wurde für das Jahr 2019 die steuerliche Absetzbarkeit der bezahlten GIS für Betriebsimmobilien im Ausmaß von 50% vorgesehen.

Befreiung IRPEF für Grunderträge

Für die direkt bearbeitenden Bauern wurde auch für das Jahr 2020 die Befreiung der Grunderträge von der Einkommenssteuer vorgesehen.

Privatisierung Immobilien

Es wurde wiederum die Privatisierung der Immobilien für Einzelunternehmer vorgesehen. Die Privatisierung erfolgt am 31.05.2020 mit Wirkung ab 01.01.2020. Es ist eine Ersatzsteuer für die Privatisierung von 8% vorgesehen, welche in 2 Raten entrichtet werden kann. Zu empfehlen ist die Privatisierung vor allem bei einer bevorstehenden Betriebsschließung.

Dr. Florian Kiem
Kanzlei König:Skocir:Kiem
Wirtschafsprüfer und Steuerberater