Editorial Ausgabe 2020-04

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wir leben doch wirklich in einem paradiesischen Land, nicht wahr? Von den Katastrophen, die einen großen Teil der Medien füllen, sind wir, wenn überhaupt, nur am Rande betroffen. Trotzdem stellt sich keine Zufriedenheit ein, denn auch bei uns ist der „#me first“-Faktor bei den meisten das Maß aller Dinge. Ganz besonders in der Zeit vor den Wahlen.
Ich verurteile Gewalt, egal in welcher Form, und Menschen, die unter körperlicher Gewalt leiden müssen, gilt mein uneingeschränktes Mitgefühl. Wenn dann solche Vorfälle, wie kürzlich in Meran oder in Bozen geschehen (von denen wir, im Vergleich zur restlichen Welt, nur sehr wenig betroffen sind), allerdings für politische Zwecke und für Wahlkampfpropaganda stilisiert werden, dann fehlt mir dafür jedes Verständnis. Wie armselig muss das eigene Programm sein, wenn dem Bürgermeister Schuld an den Taten Einzelner vorgeworfen wird? Sollte man sich nicht, bevor man mit Vorwürfen um sich wirft, an einen Tisch setzen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und dem Schutz des Einzelnen auf seine Sicherheit und seine Privatsphäre besprechen? Ein Vorgehen, wie das des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters, der „stop and frisk“ angeordnet hatte, ist menschenverachtend und überhaupt nicht zielführend. Gemeinsam an einem Tisch, mit dem Willen zur lösungsorientierten Zusammenarbeit, würde man bestimmt gute Lösungen finden, was ich mir bei der jetzigen Art der Kommunikation nicht vorstellen kann.
Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Ernst Müller

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