Wichtige Informationen für ein gesundes Zusammenleben

Wichtige Informationen für ein gesundes Zusammenleben

Ausgabe 2020-07

Nachdem immer wieder alarmierende Schlagzeilen in Presseberichten erscheinen, die vielfältig über soziale Netzwerke verbreitet werden, ist es mir als Tierärztin wichtig, einige Erläuterungen in Bezug auf die Rolle unserer Haustiere in der epidemiologischen Situation von COVID-19 anzubieten.

Vorab, wie bereits auf der Website des Istituto Superiore di Sanità (ISS) angegeben, gibt es bisher KEINE überzeugenden, wissenschaftliche Beweise für eine signifikante AKTIVE Rolle von Haustieren bei der Verbreitung von SARS-CoV2.

In Anbetracht der bisher verfügbaren Daten können Haustiere lediglich eine passive Rolle als Vektor spielen. Somit könnten sie als Transportmittel für Viren und Bakterien durch die Kontaktaufnahme mit dem Boden dienen. Dies geschieht aber genauso mit anderen leblosen Objekten, wie zum Beispiel den Schuhsohlen des Besitzers.

Eine weitere, alarmierende Nachricht, die sich derzeit im Umlauf befindet , bezieht sich auf die Möglichkeit, dass die Tiere sich infizieren, wenn sie in engen Kontakt mit einem positiven menschlichen Patienten kommen.

Dazu wurden in Hongkong Tests an 17 Hunden und 8 Katzen aus Familien mit bestätigten Fällen von COVID-19 durchgeführt. Nur 2 asymptomatische Hunde wurden positiv getestet. Nur der in Belgien beschriebene Fall bei einer Katze war stattdessen durch eine respiratorische und gastroenterische Symptomatik gekennzeichnet. Diese Ergebnisse zeigen, dass Hunde und Katzen nicht leicht mit diesem Virus infiziert werden können und es keine Hinweise darauf gibt, dass sie eine Rolle bei der Ausbreitung des Virus spielen.

Experimentelle Infektionsstudien wurden auch an einer kleinen Anzahl inokulierter Haustiere mit hoher Viruslast durchgeführt, so hoch wie sie im natürlichen Szenario, also im normalen häuslichen Leben, gar nie vorkommen. Diese Studien haben die geringe Anfälligkeit des Hundes für eine SARS-CoV-2-Infektion bestätigt.

Bisher sind Haustiere daher einfach weitgehend asymptomatische „Opfer“ der Ansteckung durch infizierte Menschen und stellen kein Risiko für die menschliche Gesundheit dar, da sie das Virus nicht weiterverbreiten.

Wie der Immunologe Dr. Gänsbacher kürzlich bei einer virtuellen Medienkonferenz erklärte, bestehe keine Gefahr, dass das Coronavirus von Haustieren auf deren Besitzer übertragen werden könne. Hier können alle Haustierbesitzer aufatmen, denn dem Immunologen zufolge leben Coronaviren im Tierreich in den verschiedensten Tieren und somit auch im Hund. Diese haben aber mit dem uns bekannten Coronavirus NICHTS zu tun.

Wenn ein Hund mit dem gefährliche Virus infiziert wird, dann sei die Gefahr gleich null, dass sich sein Besitzer mit der Krankheit infizieren könne. „Davor braucht ihr keine Angst haben“, beruhigt Gänsbacher.

Abschließend und zusammenfassend ist zu sagen, dass wir in Übereinstimmung mit den Vorsichtsmaßnahmen, die in den jüngsten gesetzlichen Bestimmungen vorgesehen sind, unseren Hund für seine Bedürfnisse nach draußen bringen dürfen. Dies zur Freude vieler unserer Fellnasen, die vorher vielleicht zu kurz kamen! Es sei aber auch zu sagen, dass es kein Fehler ist, bei der Rückkehr von unserem Spaziergang die Pfoten unserer Vierbeiner mit Seifenwasser zu waschen und anschließend trockenzureiben. Aus dem gleichen Grund wie auch die Straßenschuhe vor der Wohnung ausgezogen werden sollten. In Zeiten der Corona Pandemie sollte vielleicht auch dies zu den empfohlenen Hygienepraktiken gehören.

Bleiben Sie gesund und schützen Sie auch Ihren Vierbeiner im Falle einer Erkrankung in der Familie, indem Sie ihm gegenüber die gleichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wie für ein anderes Familienmitglied.

Dr. med. vet. Silvia Knoflach

Hundepfote
Hund und Katze

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