Die Jagd ist … Wildtiere beobachten

Die Jagd ist … Wildtiere beobachten

Ausgabe 2020-15

Neben Hirsch und Reh kommt in unserer Gegend auch ein anderes Schalenwild vor, das für seine Kletterkünste bekannt ist, die Gams. In den letzten Jahrzehnten hat das Gamswild bei uns stark zugenommen und ist nicht mehr nur im Gebirge oberhalb der Baumgrenze anzutreffen, sondern besiedelt zunehmend auch bewaldete Gebiete, dort nennen wir sie Waldgams. In den Laberser und Freiberger Wäldern kann man sie immer häufiger tagsüber beobachten. Gämse sind neugierig und schrecken deshalb nicht so schnell wie andere Wildarten. Bei Gefahr „pfeifen“ Gämse. So einen Pfiff hat wohl jeder Spaziergänger schon einmal gehört. Im Gegensatz zum Rot- und Rehwild gehört das Gamswild zu den Hornträgern. Sowohl männliche als auch weibliche Tiere tragen ein Gehörn. Anhand der Form kann ein erfahrener Jäger die Geschlechter unterscheiden und an den Jahresringen kann man das Alter bestimmen. Weibliche Gämse leben in der Regel im Rudel und behalten Jahr für Jahr ihr Streifgebiet bei, Gamsböcke leben einzeln oder im Bockrudel. Die Brunft des Gamswildes findet von November bis Dezember statt und ist sehr beeindruckend. Gamsböcke parfümieren sich mit Harn und vertreiben ihre Rivalen mit aufgestellten Rückenhaaren und halsbrecherischen Hetzjagden durch steile Felswände, bei gleichstarken Böcken kann es auch zu spektakulären Kämpfen kommen. Brunftige Gamsgeißen werden vom Bock durch „Blädern“, das ist eine Art Meckern, angelockt und lange umworben. Das Beobachten dieses grandiosen Schauspiels der Gamsbrunft ist für uns Jäger ein besonderes Erlebnis, auf das wir uns jedes Jahr freuen. Das richtige Ansprechen des Gamswildes ist sehr schwierig. Deshalb dürfen auch erfahrene Jäger nur in Begleitung eines ausgebildeten Gamsbegleiters auf Gamsjagd gehen.
Neben Hirsch, Reh und Gams gibt es noch weitere Wildtiere, die von jagdlichem Interesse sind, das sogenannte Niederwild. Dazu gehören Fuchs, Feld- und Schneehase, sowie einige interessante Vogelarten. Also liebe Freunde der Natur, Augen auf beim Wandern! Es gibt so vieles in unseren Wäldern zu entdecken.Waidmannsheil, Eure Manuela

Gämsen

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